Apotheken-Marketing
Apotheken haben eine lokale Kundschaft und stehen vorwiegend mit anderen
ortsansässigen Apotheken und Drogeriemärkten im Wettbewerb. Allerdings
wächst der Marktanteil überregional agierender Versandapotheken, die
Medikamente per Telefon oder über das Internet vertreiben.
Apotheken haben eine lokale Kundschaft und stehen vorwiegend mit anderen
ortsansässigen Apotheken und Drogeriemärkten im Wettbewerb. Allerdings
wächst der Marktanteil überregional agierender Versandapotheken, die
Medikamente per Telefon oder über das Internet vertreiben.
Um sich gegenüber diesen Versandapotheken zu profilieren, setzen
klassische Apotheken im Wettbewerb mehr und mehr auf ihre
Kernkompetenzen: Beratung und Service. Es gilt daher im
Apotheken-Marketing die persönliche pharmazeutische Fachberatung durch
den Apotheker sowie die unterschiedlichen gesundheitsorientierten
Serviceleistungen als einzigartiges Merkmal der ortsansässigen Apotheke
darzustellen.
Wem es gelingt, diese beiden Kernkompetenzen seinen Kunden am
wirkungsvollsten zu vermitteln, wird auch im lokalen Wettbewerb punkten
und seinen Kundenkreis kontinuierlich vergrößern.
Schaufenster und Offizin
Offizin und Schaufenster sind die wichtigsten ›Werbeflächen‹ einer
Apotheke. Sie wirken allerdings oft überfüllt und vermitteln dem Kunden
zwiespältige Botschaften. So werden im Schaufenster manchmal ohne jede
Schwerpunktbildung ganz unterschiedliche Produkte beworben.
Dekorationen, die das Interesse der Passanten wecken sollen, überlagern
die Produktaussagen. Mit der Zahl der beworbenen Produkte und
Dienstleistungen wie Blutzuckermessung oder Ernährungsberatung steigt
die Beliebigkeit der Aussage. Die Gefahr, zu einem Gemischtwarenladen in
Sachen Gesundheit herabzusinken, darf nicht unterschätzt werden.
Im Offizin ist häufig eine ähnliche Tendenz zu beobachten. Viele
Apotheken versuchen verständlicherweise, den zur Verfügung stehenden
Raum durch Selbstbedienungsregale effizient zu nutzen und zahlreiche
Kaufanreize zu setzen. Diese Strategie ist sinnvoll, da viele Kunden den
Wunsch haben, sich selbstständig über das Angebot zu informieren und das
Selbstbedienungskonzept verinnerlicht haben. Hier liegt aber auch eine
Gefahr, denn eine solche Verkaufsraumgestaltung nivelliert den
Unterschied zwischen der Apotheke einerseits und Drogeriemärkten und
Lebensmittelgeschäften andererseits.
Verwirklichen Sie Ihr Corporate Design!
Als Apotheker sollten Sie Ihre Schaufenster- und Verkaufsraumgestaltung
immer wieder kritisch hinterfragen und dafür sorgen, dass der Eindruck,
den die Gestaltung hervorruft, nicht mit Ihrem angestrebten
Apotheken-Image kollidiert.
Berücksichtigen Sie, dass die Werbemittel, die Ihnen von
Arzneimittelherstellern zur Verfügung gestellt werden, in erster Linie
eine produktbezogene Gestaltung von Schaufenster und Offizin zur Folge
haben. Diese ist weniger kundenorientiert als eine
indikationsorientierte Konzeption, bei der Produkte mehrerer Hersteller
und eigene Serviceleistungen beworben werden können. Wünschenswert wäre
jedoch eine Gestaltung, in der sich die Einzigartigkeit der Apotheke
ausdrückt. Verwirklichen Sie in Ihren Verkaufsräumen deshalb ein
eigenständiges Corporate Design! Geben Sie Ihrer Apotheke ein
unverwechselbares Aussehen!
Kundenzeitungen
Kundenzeitungen wie die Apotheken-Umschau
sind aus der heutigen Apotheke nicht mehr wegzudenken. Sie haben für den
Leser einen hohen Informations- und Unterhaltungswert. Sie dienen
Arzneimittelherstellern als zielgruppenspezifische und damit hoch
effiziente Werbeplattform. Kundenzeitungen werden professionell
hergestellt und vermarktet. So wird die Apotheken-Umschau sogar in
Fernsehspots beworben. Ihre Kunden gehen deshalb davon aus, ein Exemplar
in Ihrer Apotheke vorzufinden. Ein Fehlen würde negativ registriert
werden.
Was alle haben, ist nichts Besonderes
Mit ihrer großen Verbreitung sind Kundenzeitungen zu einem Produkt unter
vielen geworden, dass man – in diesem Fall kostenlos – in der Apotheke
bekommen kann. Der Werbedruck insbesondere für die Apotheken-Umschau ist
mittlerweile so groß, dass es sich kaum ein Apotheker leisten kann, die
Zeitschrift seinen Kunden nicht anzubieten. Was jedoch fast alle haben, ist für die einzelne Apotheke keine
Auszeichnung mehr. Die professionellen Kundenzeitungen sind ein Muss,
eignen sich aber nicht mehr zur Profilierung der einzelnen Apotheke.
Mit Individualität punkten
Um sich vom Wettbewerb abzusetzen, sollte der Apotheker seine
persönliche pharmazeutische Kompetenz angemessen herausstellen. Dies
kann durch vorgefertigte Verlagserzeugnisse nicht gelingen. Zeigen Sie
hier mehr Individualität und bringen Sie zum Beispiel eine kleine,
eigene Schriftenreihe heraus. Dabei reicht es vollkommen, wenn es sich
um ein einfach gestaltetes Faltblatt im DIN-lang-Format handelt. Die
Hauptsache ist, dass es als ureigene Publikation Ihrer Apotheke erkannt
wird.
Falls Ihre Apotheke über eine Website verfügt, können Sie die Inhalte
der Schriftenreihe auch dort veröffentlichen.
Des Weiteren kann die Schriftenreihe auf Themenabenden oder Vorträgen
verteilt werden, um die referierten Inhalte zu vertiefen.
So ergibt sich ein vielfacher Nutzen für Ihre Apotheke. Sie beweisen als
Apotheker persönliche Fachkompetenz und präsentieren sich als wertvoller
Berater Ihrer Kunden. Welche Themen dabei aufgegriffen werden, hängt
davon ab, welche Ziele Sie anstreben und welche Indikationsschwerpunkte
Sie setzen möchten. Ratschläge für Diabetiker sind dabei ebenso denkbar
wie Informationen über die Auswirkung der Gesundheitsreform.
Langfristige Effekte nicht aus dem Blick verlieren
Mit Promotion- bzw. Verkaufsförderungsaktionen können Apotheken den
Verkauf bestimmter Produkte und Dienstleistungen gezielt fördern. Dieser
kurzfristige Effekt ist leider oft ebenso schnell verpufft. Der Umsatz
des beworbenen Produkts lässt nach der Aktion in der Regel schnell
wieder nach. Daher sollte man bei Promotionaktionen auch nie die mittel-
bis langfristigen Ziele aus den Augen verlieren. So kann man durch
regelmäßige Aktionen den Bekanntheitsgrad der Apotheke erhöhen und sich
als kompetenter Ansprechpartner in gesundheitlichen Fragen profilieren,
Laufkunden stärker an sich binden und gezielt neue Kundengruppen
ansprechen. Und nicht zuletzt sollten Promotionaktionen auch zur
Imagebildung Ihrer Apotheke beitragen.
Wem nützt eine Aktion?
Arzneimittelhersteller unterstützen Apotheken bei der Durchführung von
Promotionaktionen, wobei jedoch zumeist die Produkte des entsprechenden
Herstellers im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.
Apotheker sollten daher darauf achten, dass die eigene Apotheke bei
Verkaufsförderungsaktionen nicht zu kurz kommt. Und dies funktioniert am
Besten, wenn man in der Aktion den Wettbewerbsvorteil der Apotheke
(Fachberatung und Service) in den Mittelpunkt stellt und möglichst
herstellerneutral agiert.
Profilieren Sie sich durch herstellerneutrale Aktionen
Planen Sie herstellerneutrale Aktionen, wenn Sie Produktgruppen in den
Vordergrund stellen wollen. Greifen Sie auf anerkannt neutrale
Informationsquellen wie z.B. Stiftung Warentest oder Ökotest – oder eben
Ihr Expertenwissen – zurück, um Produkte miteinander zu vergleichen.
Zeigen Sie dabei Ihr Wissen um die verschiedenen Inhaltsstoffe! Bauen
Sie beispielsweise einen Informationsstand zum Thema Zahngesundheit auf,
wo Sie Ihre Kunden über die Wirkung der unterschiedlichen Putzkörper und
sonstigen Inhaltsstoffe aufklären.
Ihre Apotheke muss im Mittelpunkt stehen
Stellen Sie zudem Ihre Apotheke in den Mittelpunkt, indem Sie bei der
Konzeption der Aktion z. B. durch den Namen Ihrer Apotheke im
Aktionsmotto einen Bezug zu Ihrem Geschäft herstellen. Heißt Ihre
Apotheke beispielsweise “Löwenapotheke”, so könnten als
“Gesundheitslöwen” verkleidete Promotoren Informationszettel an
Passanten vor Ihrer Apotheke verteilen. Wenn Sie jede Aktion durch
solche “Gesundheitslöwen” ankündigen, entsteht ein erheblicher
Wiedererkennungseffekt, der Ihrer Apotheke zu Gute kommt.