Die mit der Keule programmieren
Auf der 2. Free and Open Source Conference (FrOSCon) in Bonn/St. Augustin tauchte plötzlich inmitten der anderen High-Tech-Programmierer ein Neanderthaler mit einer Keule auf. Und er war nicht allein, denn mit ihm kam eine Horde von Entwicklern, die sich auf der FrOSCon 2007 zu einem Workshop traf.
Die Keule ist natürlich pures Understatement, denn Grok ist ein auf Zope basierendes Framework, das die Arbeit mit Zope drastisch vereinfachen möchte. Zope ist das ausgereifteste und modernste Webapplikations-Framework für die objektorientierte Programmiersprache Python. Python ist die Sprache, mit der Google seine Suchmaschinen programmiert hat.
Zope eignet sich als Plattform für unternehmenskritische Webanwendungen aller Art, so basiert beispielsweise das erfolgreiche Open-Source Content-Management-System Plone auf Zope oder das Sourceforge-Pendant Launchpad, mit dem die Firma Canonical (Ubuntu) die Zusammenarbeit ihrer internationalen Entwickler koordiniert.
Dank seiner revolutionären Komponentenarchitektur kann man mit Zope kleine, einfach zu wartende Module mit einem klar definierten Funktionsumfang entwickeln, die zu leistungsfähigen und komplexen Anwendungen zusammengesetzt werden können. In der Standardkonfiguration verwirklicht Zope eine wichtige Maxime moderner Programmiermethoden: explizit ist besser als implizit. So werden die einzelnen Komponenten mit der XML-Sprache ZCML explizit zusammengebaut. Der Nachteil dieser Methode ist, dass beim Entwickeln zusätzliche Schreibarbeit anfällt. Grok ersetzt nun die explizite Konfiguration mit ZCML durch eine auf Konventionen basierende. Dadurch kann der Entwickler die Anwendung direkt im Python-Code konfigurieren.
Grok macht Zope erst so richtig agil. Entwickler können in kürzester Zeit selbst komplexe Prototypen entwickeln ohne auf die fortschrittlichen Funktionen des mächtigen Zope-Frameworks, wie beispielsweise das ausgefeilte und bewährte Sicherheitsmanagement verzichten zu müssen. Es ist daher kein Wunder, dass Grok zur Zeit großen Zulauf hat. Nach dem Workshop auf der FrOSCon folgt vom 1. bis 5. Oktober 2007 ein Sprint, auf dem Grok weiterentwickelt werden soll. Sprints sind zumeist mehrtägige Treffen von Entwicklern, bei denen vorher festgelegte Ziele durch eine intensive Zusammenarbeit erreicht werden. Das Entwicklertreffen mit dem vielsagenden Titel Neanderthal-Sprint findet in Köln bei der GfU statt, einer renommierten IT-Fortbildungseinrichtung.
hasecke.com unterstützt Grok in der Öffentlichkeitsarbeit und hat gemeinsam mit Armin Stroß-Radschinski einen zweiseitigen Grok-Prospekt entwickelt.


