Sequenzverteilung allgemein

Anzahl und Quotient aller Sequenzen
Nr. Obj. O.m.B. O.­S. S.­O. Subj. S./G. ins.
(1)27 (0.34)12 (0.15) 15 (0.19) 4 (0.05) 6 (0.08) 15 (0.19) 79
(2)25 (0.35)10 (0.14) 13 (0.18) 3 (0.04) 1 (0.01) 19 (0.27) 71
(3)58 (0.55) 5 (0.05) 9 (0.08) 5 (0.05) 4 (0.04) 25 (0.24) 106
(4)16 (0.36) 4 (0.09) 8 (0.18) 4 (0.09) 0 (0.00) 13 (0.29) 45
(5)47 (0.41)22 (0.19) 24 (0.21) 5 (0.04) 1 (0.01) 15 (0.13) 114
(6)24 (0.27)15 (0.17) 12 (0.14) 9 (0.10) 5 (0.06) 23 (0.26) 88
(7)37 (0.39)12 (0.13) 11 (0.12) 6 (0.06) 4 (0.04) 24 (0.26) 94
(8)23 (0.34)12 (0.18) 8 (0.12) 3 (0.04) 4 (0.06) 17 (0.25) 67
(9)51 (0.46)17 (0.15) 15 (0.13) 8 (0.07) 7 (0.06) 14 (0.13) 112
(10)33 (0.45) 3 (0.04) 10 (0.14) 4 (0.05) 3 (0.04) 21 (0.28) 74
(D)341 (0.40)112 (0.13) 125 (0.15) 51 (0.06) 35 (0.04)186 (0.22) 850

(Lesebeispiel: In Dekalog 1 gibt es insgesamt 79 Sequenzen. 27 oder 34% (Quotient = 0.34) davon sind objektive Sequenzen. Zählt man alle objektiven Sequenzen aller Dekalog ­Folgen zusammen kommt man auf die Zahl 341. 850 Sequenzen beinhaltet der Dekalog insgesamt. Durchschnittlich sind also 40% aller Dekalog-Sequenzen objektive Sequenzen)

Verteilung blickstrategischer Sequenzen
Nr. Anzahl Total Quotient
Dekalog 1 : 25 79 0.32
Dekalog 2 : 17 71 0.24
Dekalog 3 : 18 106 0.17
Dekalog 4 : 12 45 0.27
Dekalog 5 : 30 114 0.26
Dekalog 6 : 26 88 0.30
Dekalog 7 : 21 94 0.22
Dekalog 8 : 15 67 0.22
Dekalog 9 : 30 112 0.27
Dekalog 10 : 17 74 0.23
Gesamt : 211 850 0.25

In dieser Tabelle wurden alle blickstrategischen Sequenzen zusammengezählt.
Erklärung:

Auswertung von Tabelle Anzahl und Quotient aller Sequenzen und Tabelle Verteilung blickstrategischer Sequenzen

Betrachten wir zunächst die Ergebnisse bezogen auf den Gesamtdekalog: 40% aller Sequenzen im Dekalog weisen eine objektive Kamerablickstruktur auf, weitere 13% thematisieren auf der inhaltlichen Ebene den Blick einer Figur, bleiben aber blickstrategisch gesehen objektiv.

In 22% aller Fälle kommt die Schuß/Gegenschuß­Montage zur Anwendung, um Dialoge filmisch umzusetzen. Diese Form der Montage weist eine Besonderheit auf: Der Blick der sprechenden und hörenden Personen ist von großer Bedeutung für inhaltliche Interpretationsansätze. Die Figuren können sich anschauen oder dem Blick des Partners ausweichen ­ es gibt vielfältige Möglichkeiten der Blickbeziehung von Figuren in der Schuß/Gegenschuß­Montage, die der Zuschauer interpretieren kann. Insofern hat der Figurenblick in dieser Montageform eine große Bedeutung.

Die Häufigkeit der Schuß/Gegenschuß­Sequenzen überrascht nicht. Schon bei oberflächlicher Rezeption fällt auf, welch große Bedeutung der Dialog, den {\sc Kieslowski} fast immer in einer Schuß/Gegenschuß­Montage auflöst, für viele Dekalog­Folgen besitzt. Die Kamera konzentriert sich dabei stark auf die Gesichter. Großaufnahmen, die auch kleinste Gefühlsregungen offenbaren, überwiegen.

Ein Viertel aller Sequenzen ­ und das ist für unsere Fragestellung besonders wichtig ­ thematisiert den Blick einer Filmfigur auf der Ebene des Kamerablicks. Wobei die Montagefolge objektive subjektive Kameraeinstellung mehr als doppelt so häufig vorkommt, wie die umgekehrte Reihenfolge. In 4% der Fälle taucht eine reine subjektive Sequenz isoliert von ihrem Umfeld auf.

Extrempositionen auf der Skala der blickstrategischen Sequenzen nehmen Dekalog 1, in dem 32% und Dekalog 3, in dem nur 17% blickstrategische Sequenzen sind (siehe Tabelle Verteilung blickstrategischer Sequenzen). Erwähnt werden sollte auch, daß die beiden Dekalog­Folgen, die in einer Kinofassung zeitlich früher vertrieben worden sind, bezeichnende Extremata in Tabelle Anzahl und Quotient aller Sequenzen aufweisen. Dekalog 6 hat mit 0.27 den niedrigsten Quotienten bei Objektiven­Sequenzen und in Dekalog 5 finden wir mit 0.21 den höchsten Quotient bei Objektiv­Subjektiv­Sequenzen.

Wie sich die Verteilung der Sequenzen mit verengtem Untersuchungsbereich verändert, zeigen die folgenden Tabellen.

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